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Apfelkur statt Allergiespritze: Wie alte Apfelsorten Pollen- und Kreuzallergien auf sanfte Weise lindern können

vor 11 Minuten
4 Min. Lesezeit


Jedes Jahr im Frühjahr beginnt für Millionen Menschen der Leidensdruck: Niesanfälle, eine verstopfte Nase sowie juckende und tränende Augen kündigen die Birkenpollen-Saison an. Etwa 50 bis 70 Prozent der Betroffenen kämpfen zusätzlich mit sogenannten Kreuzallergien vor allem gegen Kern- und Steinobst sowie Nüsse. Rund 20 Prozent dieser Allergiker vertragen dabei auch keine Äpfel mehr und verbannen das gesunde Obst komplett aus ihrem Speiseplan, um schmerzhaftes Kribbeln, eine pelzige Zunge oder Halskratzen zu vermeiden.   


Dass es auch einen anderen Weg gibt, beweisen aktuelle medizinische Erkenntnisse: Mit einer gezielten Apfelkur lässt sich das Immunsystem schrittweise trainieren. Dabei können nicht nur Apfelallergien, sondern sogar Birkenpollenallergien nachhaltig gelindert werden.   


Warum moderne Supermarktäpfel oft Allergien auslösen

Der Apfel gilt als das Lieblingsobst der Deutschen, doch der moderne, industriell standardisierte Anbau hat seinen Preis. Für den Handel optimierte Sorten wie Golden Delicious, Gala, Jonagold, Braeburn oder Pink Lady werden vor allem auf hohen Ertrag, makelloses Aussehen und lange Haltbarkeit gezüchtet.   


  • Der Mangel an Polyphenolen: Durch moderne und oft langwierige Kühl- und Lagerverfahren (teilweise mit SmartFresh-Begasung) verlieren die Früchte stark an wertvollen Inhaltsstoffen. Vor allem der Gehalt an Polyphenolen  sekundären Pflanzenstoffen sinkt rapide.   


  • Das Problem mit dem Golden Delicious: Diese alte, aber extrem ertragreiche Sorte ist in die Genetik fast aller modernen Neuzüchtungen eingeflossen. Sie besitzt einen sehr geringen Polyphenolgehalt (was man daran erkennt, dass sie nach dem Anschneiden kaum braun wird) und gleichzeitig ein außergewöhnlich hohes Unverträglichkeitspotenzial. Das dort enthaltene Protein Mal d1 löst bei vielen Menschen heftige allergische Reaktionen aus.   


Alte Apfelsorten (wie Roter Boskoop, Goldparmäne oder Gravensteiner) sind dagegen reich an Polyphenolen. Diese Stoffe dienen der Frucht in der Natur als Schutz vor Schädlingen und Pilzen. Genau diese Polyphenole sind es auch, die den Apfel für Allergiker verträglich machen und als natürlicher Puffer im Körper wirken.   


Der wissenschaftliche Durchbruch: Wie die Apfelkur das Immunsystem umprogrammiert

Dass eine Apfelkur funktioniert, zeigen Studien des Allergologen Prof. Klaus Eisendle von der Universität Bozen sowie Forschungsarbeiten der Charité Berlin. Der Trick dahinter wirkt zunächst paradox: Da das Hauptallergen des Apfels (Mal d1) und das Hauptallergen der Birke (Bet v1) strukturell fast identisch sind, reagiert das Immunsystem bei beiden Reizen auf dieselbe Weise.   


Statt den Körper durch teure Spritzentherapien oder Antihistaminika nur symptomatisch zu behandeln, nutzt die Apfelkur das Prinzip der oralen Toleranzentwicklung:   


  1. Die Antikörper-Verschiebung: Zu Beginn der Kur steigen sowohl die allergieauslösenden IgE-Antikörper als auch die schützenden IgG4-Antikörper an. Im weiteren Verlauf nimmt das spezifische IgE ab, während die IgG4-Antikörper signifikant ansteigen. Diese IgG4-Antikörper fungieren als „Toleranz-Wächter“ und signalisieren dem Immunsystem, dass der Körper die Proteine tolerieren kann.   


  2. Die Entlastung der Mastzellen: Durch den täglichen, vorsichtigen Verzehr schütten die Mastzellen in der Mundschleimhaut dosiert Histamin aus, bis ihre Aktivität quasi erschöpft ist und sie keine unkontrollierten Überreaktionen mehr starten.   


  3. Regulierung über T-Zellen: Die im Apfel enthaltenen Polyphenole unterstützen zudem die T-Suppressorzellen, die überschießende allergische Reaktionen regulieren.   


Nach einjähriger Beobachtung zeigte sich bei Studienteilnehmern, dass die Symptome der Birkenpollenallergie deutlich schwächer ausfielen oder teilweise sogar ganz verschwanden.   


Sie fragen sich, ob dieser Ansatz auch bei Ihrer Allergie infrage kommt?

Jede Allergie und jedes Immunsystem reagiert anders. Gerne schauen wir gemeinsam, welche Möglichkeiten für Sie persönlich sinnvoll sein können.



Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Apfelkur zu Hause

Wenn Sie die Apfelkur ausprobieren möchten, sollten Sie methodisch und ohne Eile vorgehen, um das Immunsystem nicht zu überfordern:   


  • Der ideale Startzeitpunkt: Beginnen Sie am besten außerhalb der Birkenpollensaison – ideal ist der Spätsommer oder Frühherbst, wenn frische, alte Apfelsorten im Handel oder auf Streuobstwiesen verfügbar sind. Da der Allergengehalt im Laufe der langen Lagerung zunimmt, starten Sie so mit den optimalen Bedingungen.   


  • Die Sortenwahl: Beginnen Sie mit alten, sehr polyphenolreichen Sorten wie Roter Boskoop, Goldparmäne oder Gravensteiner.   


  • Langsam annähern: Essen Sie anfangs nur winzige Portionen (z. B. ein Achtel Apfel). In der Anfangszeit kann es helfen, den Apfel zu schälen, da die Allergene direkt in und unter der Schale sitzen.   


  • Bewusst im Mund zergehen lassen: Kauen Sie den Apfel extrem gründlich und lassen Sie den Apfelbrei kurz unter der Zunge liegen, bevor Sie ihn schlucken. So beginnt die Desensibilisierung direkt über die dort sitzenden Mastzellen im Mundraum. Halten Sie vor und nach dem Verzehr eine halbe Stunde Abstand zu anderen Mahlzeiten.   


  • Die Dosis steigern und Sorten wechseln: Wenn Sie einen kleinen Teil beschwerdefrei vertragen, steigern Sie die Menge Tag für Tag bis zu einem ganzen Apfel. Haben Sie dies über Wochen gefestigt, können Sie sich langsam an etwas höherallergene Sorten herantasten. Um eine dauerhafte Toleranz aufzubauen, empfiehlt sich die Fortführung der Kur über einen längeren Zeitraum (mindestens ein bis zwei Jahre).   


Ganzheitliche Unterstützung in Ihrer Naturheilpraxis

Jeder Mensch und jedes Immunsystem ist einzigartig. Ob eine Apfelkur für Sie der passende Baustein ist und wie Ihr Körper optimal auf eine natürliche Desensibilisierung vorbereitet werden kann, besprechen wir am besten individuell.


Möchten Sie Ihre Allergien ursächlich und ganzheitlich angehen?


In unserer Naturheilpraxis begleiten wir Sie gerne mit maßgeschneiderten Konzepten zur Darmsanierung, Regulation des Immunsystems und naturheilkundlichen Therapien.



Besuchen Sie unsere Website unter www.bisch-dussmann.de oder kontaktieren Sie uns telefonisch unter +49 7621 78810. Wir freuen uns auf Ihren Anruf in der Naturheilpraxis Michaela Bisch-Dußmann in Weil am Rhein!


Herzlichst

Michaela Bisch-Dußmann

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Seidenwebergasse 10

D-79576 Weil am Rhein

praxis@bisch-dussmann.de

Tel: +49 (0) 7621 788 10

Mobil: +49 (0) 162 348 96 32

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