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Fastenzeit neu gedacht: Klarheit, Rhythmus und ein sanfter Neustart für Körper & Kopf

  • 7. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Fastenzeit klingt für viele nach Verzicht. Doch ursprünglich ist sie etwas viel Größeres: eine bewusst gesetzte Pause, um das Leben zu ordnen, Ballast abzuwerfen und mit klarem Kopf in eine neue Phase zu starten. Im christlichen Kalender beginnt sie am Aschermittwoch und führt bis Ostern. Die „40 Tage“ stehen symbolisch für Wandel und Neuorientierung und genau das macht die Fastenzeit auch heute so aktuell.

Denn unabhängig von Tradition oder Religion bleibt die zentrale Frage zeitlos: Was darf weniger werden, damit das Wesentliche wieder mehr Platz bekommt?


Fastenzeit ist mehr als Diät: Es ist eine Haltung

In vielen Kulturen folgt die Fastenzeit einem natürlichen Rhythmus: Nach der winterlichen Schwere beginnt der Übergang in den Frühling leichter essen, mehr Kräuter, mehr Bewegung, mehr frische Luft. Heute wird Fasten dort modern, wo Menschen nicht nur auf bestimmte Lebensmittel verzichten, sondern auch bewusster leben: weniger Zucker, weniger Alkohol, weniger digitale Reizüberflutung oder weniger Stress.

Fasten ist damit keine kurzfristige „Challenge“, sondern eine Haltung: bewusster wählen, klare Routinen finden, den eigenen Körper wieder besser spüren.


Ganzheitlich statt dogmatisch: Was wirklich zählt

Beim Thema Fasten ist vor allem eins wichtig: Es muss zum Menschen passen. Fasten ist kein Wettbewerb und keine Härteprüfung. Viele profitieren von längeren Esspausen, weil Verdauung und Stoffwechsel zur Ruhe kommen aber nicht jede Methode ist für jede Person geeignet.

Der Schlüssel liegt in der Stimmigkeit:

  • sanft starten

  • gut beobachten

  • individuell anpassen

So wird Fasten nicht zur Belastung, sondern zur Unterstützung im Alltag.


Kleine Schritte schlagen große Vorsätze

Damit Fastenzeit nicht an Perfektion scheitert, lohnt sich ein pragmatischer Einstieg. Oft sind es die einfachen Dinge, die die größte Wirkung entfalten:

  • Drei klare Mahlzeiten statt Dauer-Snacking: Das stabilisiert den Blutzucker und reduziert Heißhunger.

  • 10–12 Stunden Esspause über Nacht: Eine tägliche Reset-Taste für Verdauung und Stoffwechsel.

  • 1,5–2 Liter Wasser am Tag: Ein unterschätzter Hebel für Energie, Fokus und Stoffwechsel.

So entsteht ein natürlicher Rhythmus, der entlastet ohne den Alltag zu sprengen.


Frühjahrsputz von innen: Bitterstoffe, Darm, Enzyme, Leber

Fastenzeit kann mehr sein als „weniger essen“. Sie kann ein intelligenter Neustart für Verdauung und Wohlbefinden sein – ganz ohne Detox-Show.

1) Bitterstoffe: der vergessene Verdauungs-Booster

Bitterstoffe sind in der modernen Ernährung selten geworden, dabei sind sie wertvoll: Sie regen Verdauungssäfte an, unterstützen die Darmbewegung und können das Süßverlangen bremsen. Schon kleine Portionen bitterer Lebensmittel bringen diesen Effekt zurück – zum Beispiel:

  • Rucola

  • Chicorée

  • Radicchio

Kräuter und bittere Salate

2) Der Darm: Immunzentrale und Energiequelle

Der Darm ist nicht nur Verdauung – er ist Barriere, Immunzentrum und Mitspieler für Energie und Stimmung. Gut tun ihm zwei Dinge gleichzeitig: entlasten und nähren.

  • Ballaststoffe aus Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchten füttern gute Darmbewohner.

  • Fermentiertes wie Sauerkraut oder Joghurt fördert Vielfalt und Stabilität.

3) Enzyme: die Dirigenten des Stoffwechsels

Enzyme lieben echte, nährstoffreiche Kost. Weniger stark verarbeitet, mehr natürliche Lebensmittel dazu moderate Rohkost-Anteile und Fermentiertes. Nicht als Dogma, sondern als Unterstützung.

4) Leberfitness statt „Detox“

Die Leber braucht keine spektakulären Detox-Produkte, sondern bessere Bedingungen: weniger Zucker, weniger Fertigprodukte, mehr Gemüse, Kräuter, Ballaststoffe und Bewegung. Das ist echte Leberfitness.


Fastenzeit für Kopf & Stimmung

Essen ist nicht nur Energie, sondern häufig auch Trost, Belohnung oder Gewohnheit. Genau deshalb ist Fastenzeit auch mental so wertvoll: Sie lädt dazu ein, bewusster zu werden.

Eine einfache Frage kann vieles verändern: Esse ich gerade aus Hunger oder aus Stress?

Oft hilft schon ein kleiner Zwischenschritt:

  • ein Glas Wasser

  • eine kurze Pause

  • ein Spaziergang

  • einmal bewusst durchatmen

Wenn Snack, dann möglichst nährend: Nüsse, Gemüsesticks, Brühe oder ein kleines Stück dunkle Schokolade.

Gleichzeitig profitiert der Kopf von guter Versorgung: Proteine, komplexe Kohlenhydrate, Omega-3, Mikronährstoffe und ausreichend Flüssigkeit unterstützen Fokus und mentale Klarheit. So wird Fastenzeit zur Klarheitszeit innerlich wie äußerlich.


Ein alltagstaugliches Fastenzeit-Ritual (ohne Extreme)

Wenn du es einfach halten willst, starte mit diesem täglichen Grundgerüst:

  • 12 Stunden Nachtpause

  • drei Mahlzeiten

  • täglich etwas Bitteres

  • eine ballaststoffreiche Portion

  • plus etwas Fermentiertes

  • genug Wasser

Ohne Druck. Ohne Perfektion. Dafür mit spürbarer Wirkung.


Wichtig: Bitte individuell abklären

Bei Schwangerschaft, Essstörungsvorgeschichte, starkem Untergewicht oder chronischen Erkrankungen sollte Fasten immer individuell und medizinisch abgeklärt werden.


Fazit: Fastenzeit ist Klarheit – nicht Härte

Fastenzeit ist nicht die Zeit der Strenge, sondern die Zeit der Ausrichtung: Weniger, damit das Wesentliche wieder mehr Raum bekommt. Und manchmal beginnt Veränderung nicht mit einem radikalen Plan – sondern mit einem ruhigen, konsequenten nächsten Schritt.


Du möchtest die Fastenzeit alltagstauglich gestalten passend zu deinem Körper, deinem Alltag und deinen Zielen? Dann wirf einen Blick in den Fachbereich Gesund + Aktiv. Dort findest du praktische Impulse rund um Ernährung, Verdauung, Energie und nachhaltige Routinen.


Herzlichst

Ihre Michaela Bisch-Dußmann

 
 

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