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Verträgt sich das?

22. Aug.
3 Min. Lesezeit
Warum manche Medikamente und Lebensmittel sich nicht vertragen und wie Sie Risiken vermeiden
Warum manche Medikamente und Lebensmittel sich nicht vertragen und wie Sie Risiken vermeiden

Ob Blutdrucksenker am Morgen, eine Schmerztablette am Nachmittag oder Nahrungsergänzungsmittel zur Stärkung: Viele Menschen nehmen täglich mehrere Präparate gleichzeitig ein. Doch sobald verschiedene Wirkstoffe aufeinandertreffen oder mit unserer alltäglichen Nahrung kombiniert werden, kann es im Körper zu unerwünschten Wechselwirkungen (Interaktionen) kommen.

Ich möchte hier wertvollen Input leisten wie solche Interaktionen entstehen, welche Risiken in der Selbstmedikation lauern und worauf Sie bei der Einnahme achten sollten.


Was passiert bei einer Wechselwirkung?

Wenn zwei Wirkstoffe oder ein Arzneimittel und ein Lebensmittel gleichzeitig im Körper verarbeitet werden, können sie sich gegenseitig beeinflussen. Dabei gibt es im Wesentlichen drei Szenarien:

  • Wirkungsverstärkung: Das Medikament wirkt deutlich stärker oder länger als beabsichtigt. Das Risiko für Nebenwirkungen steigt drastisch.

  • Wirkungsabschwächung: Das Medikament verliert seine Wirkung ganz oder teilweise eine Therapie (z. B. gegen Bluthochdruck oder Infektionen) schlägt nicht mehr richtig an.

  • Neue Nebenwirkungen: Durch die Kombination entstehen unerwünschte Symptome, die durch ein einzelnes Präparat nicht aufgetreten wären.


Die häufigsten Stolperfallen im Alltag


1. Wechselwirkungen mit Lebensmitteln (Drug-Food-Interaktionen)

Viele Alltagslebensmittel enthalten Stoffe, die die Aufnahme oder den Abbau von Medikamenten im Magen-Darm-Trakt und in der Leber verändern:

  • Grapefruit & Grapefruitsaft: Grapefruit blockiert bestimmte Enzyme in der Leber und im Darm. Die Folge: Wirkstoffe (z. B. manche Cholesterinsenker oder Blutdruckmittel) werden langsamer abgebaut, was zu gefährlich hohen Wirkstoffspiegeln im Blut führen kann.

  • Milch und Milchprodukte: Das in Milch, Joghurt oder Käse enthaltene Calcium bindet bestimmte Wirkstoffe (z. B. manche Antibiotika oder Bisphosphonate gegen Osteoporose) im Magen und bildet unlösliche Komplexe. Der Körper kann den Wirkstoff nicht mehr aufnehmen das Medikament wird wirkungslos ausgeschieden.

  • Kaffee, Tee & Cola: Das enthaltene Koffein kann mit bestimmten Medikamenten (z. B. einigen Herz-Kreislauf-Mitteln oder Psychopharmaka) interagieren und Unruhe, Herzrasen oder Blutdruckanstieg verstärken.

  • Grünes Gemüse (Vitamin K): Wer Gerinnungshemmer (z. B. Marcumar) einnimmt, sollte auf eine gleichmäßige Zufuhr von vitamin-K-reichen Lebensmitteln (wie Broccoli, Spinat oder Kohl) achten, da Vitamin K als Gegenspieler der Blutverdünnung wirkt.


2. Risiken in der rezeptfreien Selbstmedikation

Ein unterschätztes Risiko liegt in der Kombination von verordneten Medikamenten mit rezeptfrei gekauften Präparaten aus der Apotheke oder Drogerie:

  • Schmerzmittel: Wer wegen einer chronischen Erkrankung bereits Medikamente nimmt und zusätzlich rezeptfreie Schmerzmittel (wie Ibuprofen, Aspirin oder Naproxen) einnimmt, kann das Risiko für Magenreizungen, Magenblutungen oder Nierenbelastungen erhöhen.

  • Pflanzliche Präparate: Auch „natürlich“ bedeutet nicht automatisch harmlos. Johanniskraut beispielsweise regt Enzyme an, die den Abbau anderer Arzneimittel (z. B. der Anti-Baby-Pille oder von Herzmedikamenten) beschleunigen und diese dadurch unwirksam machen können.

  • Mineralstoffe & Nahrungsergänzung: Magnesium-, Calcium- oder Eisenpräparate können bei zeitgleicher Einnahme die Aufnahme von Schilddrüsenhormonen (z. B. L-Thyroxin) behindern.


  • 💡 Unklarheit bei Ihren eigenen Präparaten?

    Nehmen Sie regelmäßig Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel ein und sind sich unsicher, ob sich diese optimal miteinander vertragen? In meiner Praxis schauen wir uns Ihre individuelle Kombination ganzheitlich an.




4 praktische Tipps für Ihre Arzneimittelsicherheit

  1. Beipackzettel lesen: Achten Sie besonders auf die Abschnitte „Einnahme zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken“ sowie „Bei Einnahme anderer Arzneimittel“.

  2. Der richtige Einnahmeabstand: Müssen Sie Präparate einnehmen, die sich gegenseitig beeinflussen (z. B. Eisen und Schilddrüsenhormone), halten Sie in der Regel einen Abstand von mindestens 2 Stunden ein.

  3. Wasser ist der beste Begleiter: Nehmen Sie Tabletten und Kapseln am besten immer mit einem großen Glas Leitungswasser oder stillem Mineralwasser ein nicht mit Saft, Milch, Kaffee oder Alkohol.

  4. Führen Sie einen Medikationsplan: Schreiben Sie alle Medikamente auf, die Sie regelmäßig oder bei Bedarf einnehmen auch rezeptfreie Präparate und Vitamine.



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Hinweis: Dieser Blogbeitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die individuelle medizinische oder pharmazeutische Beratung.


Herzlichst

Michaela Bisch-Dußmann


Kontaktieren

Seidenwebergasse 10

D-79576 Weil am Rhein

praxis@bisch-dussmann.de

Tel: +49 (0) 7621 788 10

Mobil: +49 (0) 162 348 96 32

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